Bachelorthesis

Das mobile Internet hat schon längst Einzug in deutsche Haushalte gehalten und ist aus unserem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. In den Zeitungen kann man täglich über "Mobile Marketing", "Mobile Web 2.0" und andere Neuerungen lesen. Unser Handy, das einst ausschließlich zum Telefonieren gedacht war, hat sich vom Kommunikationsinstrument hin zum multimedialen Medium entwickelt. Das Handy, das in der heutigen Zeit auf den Namen "Smartphone" getauft wurde, ist ein Universalwerkzeug, das überall und zu jeder Zeit eingesetzt werden kann. Ob als Digitalkamera, MP3-Player, Navigationsgerät, Email-Client oder Webbrowser, das Hybridmedium ist immer zur Stelle. Dieses Medium ist zugleich auch die mobile Schnittstelle zum World Wide Web. Doch wie kommt man möglichst einfach an Informationen? Man könnte eine Google-Suche durchführen oder umständlich eine URL abtippen. Doch...

"Was wäre (aber) wenn ich einfach von dem Ort, an dem ich bin, oder der Werbung, die ich an der Bahnhaltestelle oder einem Magazin sehe, ein Bild mache, und darüber weitergehende Informationen bekäme?" 1

Was vor einigen Jahren noch als Hirngespinnst galt, kann man jetzt schon in der täglichen Medienwelt wiederfinden. Quick Response Codes bilden die Verknüpfung zwischen realer und digitaler Welt. Sie fungieren als eine Art gedruckter Hyperlink. Diese 2D-Matrix, funktionsähnlich wie der Strichcode, ist in Japan schon Jahre lang Standard und auch in Europa ist der QR-Code immer mehr auf dem Vormarsch.

Die vorliegende Arbeit wird die dadurch ermöglichte, neuartige Schnittstelle Online/Print, dargestellt durch den QR-Code, an Hand von gestalterischen Merkmalen analysieren. Zu diesem Zweck wird im ersten Teil der Arbeit der technische Hintergrund des Codes erklärt. Weitere relevante Diskurse bieten die "Gestaltungsgesetze", von denen die Gestaltpsychologie spricht, der gesellschaftliche Wandel und der praktische Einsatz von QR-Codes im öffentlichen Raum. Wie verändern sich das Werk und das Medium hierdurch? Wie stark kann man den Code abändern, dass er noch decodierbar ist? Welche neuen Diskurse entstehen durch die Praktiken der Vernetzung von On- und Offline Inhalten?

Argumentative Basis bieten medienphilosophische Artikel über den QR-Code und dessen Anwendung, geschichtliche Entwicklungen und eigene Beobachtungen aktueller Werbekampagnen. Interessante Literatur bietet Marvin Hegen mit seiner Schrift "Mobile Tagging. Potenziale von QR-Codes im Mobile Business" von 2010, in der er die Evolution des Mobilmarktes, über das Mobile Tagging, bis hin zu den Einsatzgebieten und Potenzialen analysiert. Weitere, zu diesem Thema, aufschlussreiche Literatur bietet Mick Winter mit seinem Buch "Scan Me. Everybody's guide to the magical world of QR Codes." von 2010, in dem er sich mit der technischen Seite von QR-Codes, deren Erschaffungsprozess und ihrer Anwendung beschäftigt. Im Hinblick auf die Gestaltpsychologie sind "Gesetze des Sehens" von Wolfgang Metzger aus dem Jahre 1936, Ingrid Riedels "Formen" von 2002 und das "Lehrbuch Mediengestaltung" von Ralf Lankau von 2007, sehr zu empfehlen. Desweiteren stellte "Reduktion. Interaktion. Bewegtbild." von Birgit Gurtner, aus dem Jahre 2006, eine große Hilfe dar. Diverse andere Bücher und Internetseiten komplettieren diese Arbeit.

Die Verwendung von QR-Codes, das sogenannte Mobile Tagging, kann man in drei Bereiche untergliedern, in Private, Public und Commercial Tagging. In dieser Arbeit soll ausschließlich das Commercial Tagging untersucht werden, da sich hier die vielfältigsten Einsatzmöglichkeiten von QR-Codes finden lassen. Im Hinblick auf den Quick Response Code muss auch der kulturelle Aspekt kurz umrissen werden. Mit seinen Wurzeln in Japan situiert, wird der Code dort in nahezu jedem Lebensbereich eingesetzt. Jedoch sind im Land der aufgehenden Sonne drei wichtige Punkte für den erfolgreichen Einsatz des QR-Codes verantwortlich. Zum einen hat jedes, der dort vertriebenen Smartphones, eine integrierte Kamera, einen vorinstallierten QR-Code-Reader und die Handytarife sind sehr preiswert, da die Netzanbieter und die technischen Entwickler sehr eng miteinander kooperieren.

Anfangen muss man jedoch mit dem Aufkommen des Smartphones, mit dem das Handy als traditionelles Kommunikationsmittel abgelöst wurde. Die Entwicklung hin zum multimedialen Medium brachte Vorteile, jedoch auch negative Aspekte, wie die Abhängigkeit von der Technik oder die permanente Erreichbarkeit, mit sich. Schlagwörter wie Miniatisierung, Mobilität, Konvergenz und Digitalisierung rücken in unseren Fokus. Die Digitalisierung macht es uns nun möglich den Inhalt vom ursprünglichen Medium zu lösen und auf verschiedene Kanäle anzuwenden. Die Konvergenz ermöglicht uns bis dato getrennte Bereiche, in diesem Fall Online und Print, zu kombinieren. Da in der heutigen Zeit immer neue technische Innovationen dazu führen, dass die Mediengrenzen zunehmend verschwimmen, ist es die Aufgabe des Gestalters eine crossmediale Kommunikation zu schaffen, in der sich die verschiedensten Kanäle unterstützen und ergänzen.

  1. 1Klaas Bollhoefer: Pixelpark White Paper. Mobile Tagging mit 2D-Barcodes. Berlin 2007. S.3
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